Immutable OS: Warum die Zukunft von Linux unveränderlich ist

In der modernen IT-Infrastruktur hat sich ein Paradigmenwechsel vollzogen. Wir sprechen oft von „Pets vs. Cattle“ – Server sollen keine individuell gepflegten Haustiere mehr sein, sondern austauschbare Ressourcen. Doch während wir unsere Applikationen längst in Containern isolieren, blieb das Betriebssystem darunter oft klassisch und „mutabel“ (veränderbar).

Hier kommen Immutable Operating Systems ins Spiel. In diesem Artikel vergleichen wir die zwei führenden Ansätze von SUSE und Red Hat.


Was ist ein Immutable OS?

Ein unveränderliches Betriebssystem bricht mit der Tradition, dass ein Administrator sich einloggt und Konfigurationen oder Pakete direkt im laufenden System ändert. Die Kernprinzipien sind:


Der SUSE-Weg: SUSE Linux Micro & openSUSE MicroOS

SUSE setzt auf eine bewährte Technologie, um Unveränderlichkeit zu erreichen: Btrfs-Snapshots.

Funktionsweise

Bei SUSE Linux Micro wird das Root-Dateisystem als Read-Only Snapshot gemountet. Wenn du Änderungen vornehmen möchtest (z. B. ein Paket installieren), nutzt du das Tool transactional-update.

Der Vorteil: Falls das System nach dem Update nicht mehr bootet, erkennt der Bootloader dies und springt einfach zum letzten funktionierenden Snapshot zurück.


Der Red Hat-Weg: Fedora CoreOS & RHEL CoreOS

Red Hat verfolgt einen „Image-basierten“ Ansatz, der stark an die Versionsverwaltung mit Git erinnert: rpm-ostree.

Funktionsweise

Anstatt mit Snapshots zu arbeiten, verwaltet CoreOS das Dateisystem als eine Serie von Commits.

CoreOS ist zudem extrem minimalistisch und wird fast ausschließlich über Ignition (ein JSON-basiertes Konfigurationstool beim ersten Boot) provisioniert.


Vergleich: SUSE vs. Red Hat

FeatureSUSE Linux MicroRed Hat CoreOS
TechnologieBtrfs Snapshotsrpm-ostree
Update-Tooltransactional-updaterpm-ostree
Philosophie„Traditionelles Linux, aber sicher“„Das OS als binäres Artefakt“
Primärer FokusEdge, Kubernetes, General PurposeOpenShift, Container-native

Die nächste Stufe: RHEL 10 „Image Mode“

Die spannendste Entwicklung steht uns mit RHEL 10 bevor: der Image Mode. Bisher waren OS-Images und Container-Images zwei verschiedene Welten. Mit dem Image Mode wird das Betriebssystem selbst zu einem OCI-Container-Image.

Das bedeutet für dich:

Das ist die ultimative Konvergenz von Operations und Development.


Fazit: Welches System gewinnt?

Es gibt keinen eindeutigen Sieger, sondern unterschiedliche Philosophien:

Immutable OS sind kein Trend, sondern die notwendige Basis für sichere und skalierbare Container-Umgebungen.

Avatar von Björn Ohlrich

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